Wir befinden uns im 17. Jahrhundert, es ist Samstagnacht bei einer Zuckerrohplantage im Norden der karibischen Inseln von San Juan Bautista (heutiges Puerto Rico). Eine Frau singt «Bambulaé sea allá«; ein Chor antwortet «sea contigo na má»; drei Männer spielen die Barriles (Trommeln). Eine Sklavin spaziert vor die Barriles und grüsst höflich. Mit langsamen, sinnlichen Bewegungen beginnt sie ein Gespräch mit der Primo (Haupttrommel). Sie bewegt ihren Rock im Rhythmus mal seitlich, mal nach oben oder rollt leicht die Schultern.
Der Primospieler schlägt jeden Akzent dazu auf der Trummel. Er muss eine Sekunde vorher schon wissen was sie mit der Rock oder mit dem Schultern machen wird, und was der Herr mit den Armen und Füssen zeigen wird.

Die Bewegungen der Tänzerin werden schneller, heftiger, sogar rabiat. Will sie so den Alltag vergessen? Das Leben als Sklavin? Sich von der Unterdrückung und dem Schmerz für einen Augenblick befreien? Oder macht sie sich über die steifen Flamenco-Tänze der Spanier lustig? Imitiert Sie deren Bewegungen und wirft ihren Rock mit Stolz hin und her, so heftig, als ob sie ihn zerreissen wollte?. Wer möchte schon mit diesem langen, Rock den ganzen Tag in den Plantagen schuften?

Bomba nennt sich dieser Tanz voller Kraft und Temperament und der doch sinnlich und graziös ist. Entstanden ist er aus einer Mischung verschiedener afrikanischer Völker auf Puerto Rico, die keine gemeinsame Sprache beherrschten und nur durch die Musik kommunizieren konnten. Daher ist die Musik mit einfachen Texten durchsetzt, ohne viele, komplizierte Worte, meist handelt es sich lediglich um Ruf und Antwort. Eigentlich ist Bomba, (Bambulaé, Bambula) der afrikanische (ashanti) Name für eine Trommel, man tanzt die Bombas oder man tanzt Bomba. Die stolzen Bewegungen des Flamenco erkennt man wieder in Bomba; es wirkt als ob die Sklaven mit einem «afrikanischem touch» Flamenco tanzen.




Am Ende der 18. Jahrhundert, kamen kaum mehr Sklaven direkt aus Afrika nach Puerto Rico, eher aus den anderen karibischen Inseln wie Kuba, Curaçao und den französischen Kolonien.

Dies führte zu einer Mischung aus Rhythmen und Wörtern. Auch durch die Cimarrones (entflohene Sklaven) der verschiedenen Inselteile, die sich frei bewegen konnten, wurde der Tanz verbreitet. Jede Region der Insel wurde damit durch bestimmte Rhythmen geprägt: Im Süden, cuembé, langsame und sinnliche Musik, die hauptsächlich von Frauen gesungen wird, und in Paaren getanzt; im Westen sicá, yubá stolze und charaktervolle Musik; im Norden holandé, corbé und seis corrido sehr schnelle, fröhliche Rhythmen die eher von Männer gesungen werden. Andere Rythmen sind balancé, leró und gracimá, die aber langsam in Vergessenheit geraten.

In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde Bomba aus der weissen Gesellschaft gestossen. Nach der Befreiung der Sklaven 1874 wollte sich niemand mehr mit diesem Teil der Geschichte oder allem Anderen, was von der schwarzen Bevölkerung geprägt war, identifizieren. Erst in den 50er Jahren erlebte Bomba durch verschieden sogenannte Big Bands (wie Cortijo y su Combo) eine Renaissance. Sie wurde dadurch salonfähig gemacht und in den High Society Clubs gespielt.
Dank der Familie Cepeda, die bis heute seit sechs Generationen die Tradition von Bomba erhalten hat, interessierte sich die Jugend wieder für diesen folklorischen Tanz. Bomba traditionell, nur mit den Barriles; Cuá und Maraca begleitet, wird heute in Pubs und Bars gespielt und von jedem getanzt, der den Piquete (solo Accente) beherrscht.

Als in Brasilien die Sklaven in den Senzalas (Sklaven-Unterkünfte) einen Kampf (Capoeira) entwickelten, und in den Südstaaten Nordamerikas die Sklaven den Gospel sangen und weinten, tanzten sich die Schwarzen in Puerto Rico den Alltag aus den Leib.

Dieses Erbe trage ich voller Stolz tief in mir drin. BOMBA!

Nilsa Eberhart

 

 
 
Puerto Rican Folkloric Dance & Cultural Center - www.prfdance.org
BombaBoricua - www.bombaboricua.com
El Boricua - www.elboricua.com
Puerto Ritmo
   
 
Nilsa Eberhart
Tel. 0041 (0)76 437 69 33
brasil.capoeira@smile.ch
 
 
 
 
 
Bomba Workshop 11.-14. November 2004
       

Bomba Show in Rest. Sternen 28.11.2004
© www.salsapictures.ch

   

 

 
 
     
           

     
     
 

 

 

     
   
 
   
Nyree Feliciano zeigt die Piquetes

 

 

 

 

 

 
 
   
Nyree Feliciano

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

von links - Helen Moser, Roland Gerhard, Alex LaSalle, Nilsa Eberhart

   
 
   
 
   
 
   
Alex LaSalle
   
von Links - Nilsa Eberhart, Mestre Matias, Alex LaSalle, Nyree Feliciano
   
 
   
 
   
 
   
 
   
Adrian Allmendinger, Mastre Matias
   
 
   
Sereia piqueteando
   
Nilsa Eberhart, Christine Schaller
   
Helen Pringle
   
Nilsa Eberhart
   
  Die Schüler
     
   
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   

 
   
 
   
Tessy, Tosca
   

Dominique, Nilsa, Sophie

   
Sophie, Tanja