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Maculelê Ursprung und Legenden Nilsa
Eberhart aus
dem Buch «Olelê Maculelê»
Es
wird erzählt, wenn ein Sklave entfliehen wollte, bildeten alle
anderen eine Maculelê Roda (Kreis), um den Feitores (Pächter)
abzulenken. |
Die
These vom Maculelê als Fragment des Cucumbis wird im Santo Amaro
da Purificação bestätigt weil Maculelê, früher
bei den Festivitäten der «Nossa Senhora da Puruficação
und Nossa Senhora da Conceição» getantzt wurde. Zilda
Paim, Professorin und Direktorin des Santo Amaro Maculelê Truppe,
ist davon überzeugt, dass Maculelê eine Weiteren-twicklung
des Cucumbis ist. Trotz der Ähnlichkeit der Lieder war das Tanzen
mit Holzstäbe in der Cucum-bis aber nicht obligatorisch. Das Wort Maculelê, bestehet aus den zwei Wörtern Macum und Lê, diesebezeichnen zwei afrikanische Instrumente. Plinio de Almeida, Buchautor aus Santo Amaro, erklärt, dass der Tanz rund um den 1757 nach Brasilien gekommen sein musste, zusammen mit den Sklaven aus Mozambique. Diese These ist umstritten. 1969 kam der Senegalesischen Ethnologe Ousmane Silla nach Salvador da Bahia, um verschiede Studien über afrikanische Folklore durchzuführen, auch über bahianische Tänze und Maculelê. In einem Interview sagte er, dass Maculelê aus Senegal stammt, als kleines Kind hätte er diesen Tanz schon gesehen. Im brasilianischen Folkore Wörterbuch «Dicionário de Folclore Brasileiro» (1. Ausgabe) heisst es, dass Maculelê eine Ähnlichkeit mit einem Tanz aus Miranda do Douro im Portugal habe und es gäbe keine Hinweise für den afrikanischen Ursprung. Die vielleicht am meisten verbreiteste Legende ist die aus dem Buch «Arte Negra na Cultura Brasileira» (Schwarze Kunst in der brasilianischen Kultur) von Iracy Carisse. In seinem Buch schreibt er, dass Maculelê ein Tanz ist, der aus einer Legende stammt: Ein schwarzer Krieger, der mit den Götter beschäftigt war und nicht zur Jagd gehen konnte, wurde von einem anderen Stamm attackiert, seine einzigen Waffen waren zwei Holzstäbe. Die Legenden, Behauptungen und Studien zu Maculelê sind sehr vielfältig. Tatsache ist, dass Maculelê einen afrikanischen Ursprung hat und wie viele andere künstlerische Äusserungen der Schwarzen, durch die lokalen, kulturellen und sozialen Einflüsse geformt und weiterentwickelt wurde. Nos somos Pretos da Cabinda de Luanda A Conceição viemos louvá Aranda ê-ê-ê, Aranda ê-ê â. |
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Capoeira
im Stadtteather |
Moses, steigt später
vom Berg hinab mit den beiden Gebotstafeln, die Gott ihm gegeben hat.
Er hat aber Angst diese Gesetze dem Volk zu zeigen, er fürchtet
die wilden, ausgelassenen Leute werden ihn verhöhnen, ihn ein Leben
lang deswegen verfolgen und die Gesetze brechen. Seine Angst ist auch
berechtigt, die Hells Angels umkreisen Moses, der die beiden Tafeln
in der Hand hält. Dabei lässt der eine Capo-eirista, gespielt
von Mestre Matias, mit finsterem Blick eine Kette von der einen Hand
in die andere gleiten und rückt immer näher zu Moses auf,
bis dieser seine Gesetze vorliest. Moses Befürchtung bestätigt
sich: Die von ihm vorgelesenen Gesetze machen das jüdische Volk
für alle Zeiten zu einem Sonderfall, es wird verfolgt und niemand
sonst hält sich an die «unmenschlichen» Gesetze Gottes.
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Mestre Bimba - O Mestre dos Mestres Mestre Bimba war vollkommen als Capoeirista: bewundert von seinen Schülern und seinen Feinden, exzellent im Spiel und auf dem Berimbau unübertroffen
Manoel dos Reis
Machado, Mestre Bimba, wurde als Sohn der Dona Maria Martina do Bonfim
und des damaligen Batuque Meister, Luis Candido Machado, am 23. November
1899 in Bahia ge-boren. In der Estrada das Boiadas, heute das Liberdade
Quartier in Bahia, begegnete Bimba zum ersten Mal der Capoeira. Als
Schüler von Mestre Bentinho, ein schwarzer Afrikaner, der als Kapitän
bei der bahianischen Schifffahrt arbeitete, lernte er Capoeira Angola.
Seine Ausbildung dauerte vier Jahre, dann unterrichtete Bimba Angola
während zehn Jahren. |
In den dreissiger
Jahren, als Mestre Bimba, Kenner der Angola Wurzel, eine neue Richtung
einschlug, verursachte die neu kreierte Capoeira Regional eine Revolution
in der Welt der Capoeira. Schnelle Bewegungen, eine offensivere Stellung
ohne aggressiv zu wirken, scharfes Denken, List, schnellere Rhythmen,
eine lebendigere Roda und die weisse Abadá (Uniform) entstanden
damals. Diese Eigenschaften sind bis heute bezeichnend für die
Capoeira Regional. |
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Apelido - Der Spitzname Im Centro de Cultura Física Regional, Mestre Bimbas Academia, entstand ein Ritual von grosser Bedeutung und Schönheit. Einige Tage nach der Anmeldung, wenn der Schüler die ersten Sequencias (Bewegungsabläufe) gelernt hatte, sagte Mestre Bimba plötzlich: «Heute hängst Du nach dem Draht». Dies bedeutete, dass der Schüler zum ersten Mal nach dem Rhythmus des Berimbau spielen durfte. Alle waren sehr aufgeregt, vor allem die älteren Schüler waren völlig ausser sich, denn jetzt konnten sie den Neuen einen Spitznamen verpassen. Toll! Damit lernte man sehr viel über den Gruppen-Zusammenhalt und die Bedeutung, ein Schüler von Bimba zu werden. Mestre Bimba achtete immer darauf, dass der Spitzname nicht zu kritisch oder gar erniedrigend war, sonst musste er gewechselt werden. Das war der erste Schritt in das Leben eines Capoeiristas, dann kam die Batizado (Taufe), das grosse Fest, mit anderen Schülern, Freunden und der Familie. Der Spitzname war so etwas wie der Auslöser für die eigene Kreativität im Spiel: Bimbas Techniken begannen zu wirken, der Schüler begann mitzuwachsen und man lernte von den Anderen und gleichzeitig von sich selbst. |
Der
Spitzname ist eine Tradition der Capoeira-Kultur, der Aussenseiter wenig
Bedeutung beimessen, für Capoeiristas ist sie jedoch grundlegend.
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Nur 6 Kinder in den ganzen Schweiz... |
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Wussten Sie dass... ....Mestre Bimba
nur Schüler mit einem unterschiebenen Arbeitsausweis, Studenten
oder fest Angestellte in seiner Schule aufnahm. |
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250m2
Pure Energie
19.20
- Viele Schüler sind für das fortgeschrittenen Training
um 19.30 Training eingetroffen. Einige Schüler mit höheren
Gürteln unterstützen Mestre Matias bei der Schluss-Roda des
Anfängertrainings. |
Im
Nilsas Shiatsuraum kann man sich mit einer Shiatsumassage verwöhnen
lassen und sich dabei entspannen. Aber natürlich erst nach dem
Training oder nach Vereinbarung.
Im
Videoraum können wir uns durch die Grossprojektion der verschiedenen
Videos von der Welt der Capoeira verzaubern lassen, fast so als wären
wir hautnah dabei. Oder wir können Erinnerungen von bereits vergangen
Treffen wecken und uns dabei selber beim Spielen beobachten. |
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«Es gibt nicht Schöneres
als das Lächeln eines Kindes.»
Wie
war Ihre erste Begegnung mit der Capoeira? |
Welches
war der schönste Moment für Sie? «Ich hatte schon so viele wünderschöne Momente in der Capoeira, das ich es nicht genau sagen kann. In den letzten Jahren bin ich sehr zerbrechlich und sentimental geworden, alles berührt mich sehr. Besonders wenn ich irgendwo hin reise und sehe mit wie viel Enthusiasmus die Jugend trainiert, ich hatte das nicht, Frauen trainierten damals auch nicht, und jetzt kommandieren Frauen in der Roda, und das alles auch noch ausserhalb Brasiliens. Es ist fantastisch wie Mädchen, Mutter und Vater, ganze Familien zusamme-ntrainieren. Ich hatte diese Unterstützung nicht, nicht von meinen Eltern, sie sagten, dass Capoeria etwas für Land-streicher und Diebe sei. Um zu trainieren musste ich mich immer verstecken, der einzige, der davon wusste, war mein Grossvater.» Ist für Sie die Arbeit mit Armen- und Strassenkindern einfacher geworden? «Arbeiten mit Kinder und Jugendliche ist ein zweischnei-diges Schwert. Heute bin ich viel besser vorbereitet. Ich gebe allen sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit. Machmal werde ich sogar missverstanden deswegen. Diese Kinder sind sehr arm, was die Liebe anbelangt, zu Hause, auf der Strasse; und ich nehme sie dann zu mir oder bringe sie zu meinen Eltern und bitte meine Mutter, sie wie eigene Kinder aufzunehmen, sie zu lieben. Ich habe viele Kinder die so aufgewachsen sind, ich unarme sie und gebe alles von mir. Diese Kinder sind wie wilde Tiere die Aufmerksamkeit zu erregen versuchen, die Liebe brauchen. Anhalten, sich mit ihnen unterhalten, diesen Hunger stillen, das kostet nichts. Heute habe ich mich mit einem Jungen in Pelorinho unterhalten. Er wollte Geld um Brot zu kaufen, ich sagte, ich gebe dir das Geld, aber Du kaufst dir ein Brot! Er ging und kaufte sich das Brot dann kam zurück zu mir. Bevor ich ihm das Geld gab, unterhielt ich mich ein bisschen mit ihm. Ich wollte wissen, warum er auf der Strasse wohnt und er sagte, dass hier alles viel einfacher für ihn ist, dass er so essen kann. Das hat mich sehr traurig gemacht. Wo ist die Menschenwärme geblieben? Wo sind seine Eltern, um ihn zu umarmen? Manchmal glaube ich, dass ich nicht von diesen Welt bin. Ich kann nicht fassen wie egoistisch und grausam die Welt geworden ist. Es gibt wenig Leute mit sehr, sehr Viel und sehr viel Leute mit sehr, sehr Wenig oder gar Nichts. Alles was ich bin, alles was ich habe, habe ich der Capoeira zu verdanken. Ich war nie auf einer Universität, aber ich bin überallhin gereist. Meine Arbeit hat mich bis nach Europa gebracht. Meine Arbeit mache ich nicht nur mit den Strassenkindern, sondern auch mit Jugendlichen und Senioren. Zum Beispiel organisiere ich jedes Jahr ein Fest mit mehr als 200 Senioren, einige spielen Capoeira oder Tanzen. Das Schönste ist, sie lächeln zu sehen. Das gibt mir Kraft.» Gibt es Rivalitäten oder Eifersucht in der Schule? «In meine Schule ist wie in einer grossen Familie, alle helfen einander. Ich habe nicht nur arme Kinder. Neben den Strassen-Weisen sitzt auch der Sohn vom Doktor. Wer keine Unterkunft hat, wohnt in der Schule bis wir etwas für ihn finden. Die, die mehr haben, zahlen für die, die nichts haben. Manchmal ist es sehr schwierig, es Allen recht zu machen. Gebe ich dem Einen mehr Aufmerksamkeit, wird der Andere eifersüchtig, Kinder wie Erwachsene. Es ist eine harte Arbeit, aber es gibt nicht Schöneres als dasLächeln eines Kindes.» |
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| Boa Vontade, Ginga und Negaça:
Drei Capoeira-Gruppen aus Brasilien...oder die Capoeira-Erlebnisse von
Façeira in Brasilien Tanja Hackenbruch (Façeira) |
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| BOA
VONTADE... Man stelle sich vor, wie ich mich am 31.11. 2003 gefühlt habe: Vor 5 Tagen hatte ich mein Studium an der Uni abgeschlossen, feierte das noch in der kalten Schweiz und nun stieg ich in Brasilien, genauer in Natal, bei 35 Grad Celsius aus dem Flugzeug. Erwartet wurde ich von Mestre Canelão und seinen Schülern. Eine ganze Delegation holte mich am Flughafen ab und dann gings direkt zum ersten Capoeira-Event: eine Batizado in einem kleinen Dorf in der Nähe von Natal.
Eine Woche blieb ich bei Mestre Canelão und ich erlebte ein Capoeira-Ereignis nach dem anderen: Sowohl bei der Batizado im Dorf als auch bei der grossen Batizado in Natal wurde ich immer voll miteinbezogen. Ich durfte am Anfang jeweils mit den Mestres spielen, durfte wie alle Mestres eine kleine Rede halten und sogar Kinder taufen. Ich musste Autogramme geben, wurde ständig fotografiert und ich gab sogar für eine TV-Reportage ein Interview. Alle Menschen waren herzlich, freundlich und unheimlich lieb zu mir. Vom Morgen bis am Abend wurde ich verwöhnt und umsorgt. Das Allerschönste in Natal waren für mich die Rodas am Abend bei der Academia von Mestre Canelão. Ich fühlte mich dort geborgen wie in einer Familie. Die besten Schüler von Canelão gaben mir Tipps, zeigten mir einzelne Schläge, Kombinationen und Akrobatik. Mit den Mädchen übte ich Samba tanzen und war beeindruckt wie selbst die Kleinsten bereits «hüftelen» und kokettieren konnten. Ich lernte in Natal Capoeirstas kennen, die seit sie laufen können Capoeira spielen, die dank Mestre Canelão ein Zuhause und ein sinnvolles drogenfreies Leben gefunden haben. Die Capoeira hat sie von der Strasse geholt und Capoeira ist das Wichtigste in ihrem Leben. Sie spielen mit so viel Leidenschaft und Risiko, wie ich es noch nirgendwo gesehen habe. GINGA... Nach einer Woche bei Canelão ging meine Reise weiter nach Salvador. Hier wartete ein grossartiges Ereignis auf mich: Die Grupo Ginga von Mestre Itapoan feierte ihr 30jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums gabs ein grosses Treffen mit Workshops, einem Wettkampf und natürlich einer Batizado. Am Treffen fühlte ich mich ganz zu Anfang ein wenig verloren: So viele Gruppen waren hier, man spürte eine gewisse Rivalität und ich gehörte nirgends dazu. Bald kamen aber die Schüler von Itapoan auf mich zu und unterhielten sich mit mir. Zudem lernte ich an diesem Treffen einige nette Mestres kennen, die sich ebenfalls um mich sorgten. Hier nur diejenigen, die mir am Besten in Erinnerung sind: Mestre Suassuna, dessen Gesang toll war, Mestre Mão Branca, der mich ständig umgarnt hat, Mestre Paulão aus Brasilia, der so sanft und anständig war und zahlreiche Schüler von Mestre Bimba von denen mich der kleine Mestre Gigante am meisten beeindruckt hat. Mestre Itapoan bestand darauf, dass ich an der Copa feminina mitmachte. Mir war sehr mulmig zumute, als ich mit meiner Startnummer und den anderen Meninas darauf wartete, das erste Mal antreten zu müssen. Wie das Leben so spielt, trudelten kurz vor dem Start Mestre Matias und Nilsa ein. Jetzt wurde ich erst richtig nervös, denn vor dem Façeira mit Mestre Itapoan, Roda in der Küche eigenen Mestre wollte ich natürlich besonders gut abschneiden. Ich musste gegen zwei schwarze junge Frauen antreten, die salvadorisches Capoeira in Reinform spielten. Es machte mir, unglaublich Spass mit diesen starken und schnellen Frauen zu spielen. Obwohl ich natürlich nicht immer wusste wie mir geschah, als sie gesprungene Tesouras und rasteiras aus jeder Position machten. |
Die
Batizado am folgenden Tag war ebenfalls schön und es war mir eine
Ehre, vor der ganzen salvadorianischen Capoeira-Szene in der Roda feminina
zusammen mit Nilsa «Brasil Capoeira» aus der Schweiz zu vertreten.
Der Höhepunkt in Sachen Capoeira in Salvador fand ein paar Tage später statt. Itapoan machte in seinem Haus ein kleines Fest und lud dazu nur einige seiner Schüler, seine Familie und Mestre Magôo ein. Ich ging mit meiner neuen Freundin Sundown aus Belo Horizonte dorthin. Es war wunderschön; wir spielten in der Küche Capoeira bis die Gläser zerschlugen und wir sangen bei Kuchen und Getränken bis tief in die Nacht hinein. Nun fühlte ich mich auch hier geborgen und wohl. Ich hatte schon die zweite Familie in Brasilien gefunden. Im Gegensatz zu Canelão sind die Schüler und die Grupo Ginga von Itapoan ganz anders: Die meisten haben studiert und kommen aus sozial gut gestellten Familien. Ihr Spiel ist kaum akrobatisch, hat wenig Elemente am Boden und sie halten sich an Bimbas Capoeira. Sie spielen schnell, kampfbetont und äusserst effizient.
Der nächste Capoeira-Trip führte mich zusammen mit Sundown nach Belo Horizonte. Ihr Freund, Mestre Aranha, hat dort eine Academia. Mestre Aranha ist eine imposante Erscheinung: Gross, schwarz und vor allem sehr kräftig. Er kommt aus einer armen Familie und er ist ein Capoeira-Kämpfer, der trotz seiner Masse wahnsinnig schnell ist. In Belo Horizonte ging ich jeden Tag in Aranhas Training. Seine Academia ist düster, voller Löcher am Boden und stinkig. Die Schüler kommen eher aus der unteren Gesellschafts-schicht und es ist für Aranha nicht einfach, mit diesen Capoeiristas zusammenzuarbeiten. Der Stil der Grupo Negaça ist dem unseren recht ähnlich und auch Aranhas Trainingsmethoden glichen jenen von Matias. Das Beste in Belo Horizonte war die Roda auf der Praça da Liberdade am Tag vor meiner Abreise nach Rio. Zahlreiche Sonntags-spaziergänger besuchten unsere Roda und schauten zu. Es war heiss und es entstand eine aufregende, energie-geladene Atmosphäre. Am Abschluss sang Aranha für mich das Lied «Moça Façeira» und ich musste dazu mit jedem aus der Gruppe spielen. Bei diesem letzten Spiel in Braslien, glaubte ich, dass mein Herz zerspringen müsse vor Glück, alles war so schön: die Musik, die Bewegungen, das Wetter, mein eigenes Körpergefühl; einfach perfekt. ..und zum Schluss noch dies: Capoeira ist eine vielfältige, anspruchsvolle Kunst, die schwer fassbar ist. Ich glaube, dass ich in Brasilien vor allem in dem Sinne ein Stück weiter gekommen bin, dass ich angefangen habe, zu begreifen und zu fühlen, was Capoeira überhaupt ist. Capoeira ist pure Freude, Lust und Freiheit. Sie verlangt aber auch Disziplin und Opfer. Ich habe gelernt, dass es nicht so wichtig ist, viele Bewegungen oder Kunststücke perfekt zu beherrschen, wichtiger ist mit Leidenschaft und Freude bei der Sache zu sein. Es geht nicht darum, wer besser ist, sondern darum, dass man zusammen etwas Gutes erlebt und die Gefühle miteinander teilen kann. Es spielt keine Rolle ob man spielt, singt, klatscht oder ein Instrument spielt, alles ist gleichwertig und gehört dazu. Nur die Einheit, das Zusammenspiel in der Roda bringen einen Capoeirista und seine Gruppe weiter. «Brasil Capoeira» ist eine gute Gruppe und wir haben einen Mestre, der schön und effektiv Capoeira spielt. Wir sollten alle davon profitieren und in den Rodas noch mehr die Freude und die Lust an der wunderschönen Kunst erleben und zur Schau tragen! |
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