GEFANGENNAHME UND TRANSPORT


Kolonne von Gefangenen auf dem Transport an die Küste.



Die Schwarzen wurden von Europäern gefangengenommen oder von Afrikanern verkauft. Sie wurden von Händlern, welche mit Gewehren und Peitschen bewaffnet waren, bewacht. Gefesselt am Hals mussten sie schwere Lasten auf dem Kopf tragen. Die Gefangenen kamen nur langsam voran. Sie hatten Todesangst, und mussten mit starren Beinen und Füssen Märschen ertragen, die mehrere Monate dauern konnten. Diejenigen, welche nicht weiter konnten, wurden mit offenen Kehlen auf dem Weg liegengelassen.

Die Gefangenen aus dem Inneren des Kontinents wurden in Baracken festgehalten und in Gruppen zu Zehn aneinander gefesselt. Frauen und Kinder konnten innerhalb der Baracken frei umhergehen. Aufgrund der schlechten Ernährung war die Sterblichkeitsrate hoch. Viele starben, bevor sie auf die Schiffe gebracht werden konnten. Die europäischen Käufer untersuchten die "Ware" und kauften nur diejenigen Jugendlichen, die gesund waren.

Die Sklavenschiffe brauchten lange Zeit bis sie in Afrika waren und noch einmal länger für die Überfahrt nach Brasilien. Vor der Abfahrt wurde den Gefangenen bessere Nahrung gegeben. Nachdem sie gewaschen und rasiert worden waren, wurden sie wie Vieh gebrandmarkt und nackt auf die Schiffe gebracht.


Wie Sardinen in Zehnergruppen unter Deck







Der Versuch ein wenig Luft und Licht zu erhaschen


Tausende von Gefangenen starben auf der Überfahrt. Viele hatten das Meer noch nie gesehen und konnten nicht schwimmen. Es war eine schreckliche Tragödie. Die Sklavenhändler wussten, dass nur ein Teil der Gefangenen die Neue Welt erreichen würde. Daher war der Preis, welcher für die Überlebenden verlangt wurde, zehn mal höher als in Afrika.
Der Greuel des Transports wurde in Folge etwas "gemildert". Auf grösseren Schiffen konnten die Gefangen auf drei Decks – in Gruppen von Männer, Frauen und Kinder – unterteilt werden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Gefangenen gegen Windpocken geimpft. Die Sterblichkeitsrate während der Überfahrt blieb jedoch bei etwa 20 Prozent. Es wird angenommen, dass mehr als 1.5 Millionen Afrikaner dabei starben.